Heute muss ich mich nach langer Zeit einmal wieder mit einem Thema an euch wenden, welches mir schon seit Kindertagen viel bedeutet. Zeit! Alles begann mit dem Tag, an dem ich meine erste eigene Armbanduhr geschenkt bekam und damit eine kontroverse Diskussion in meiner Familie auslöste, die ich zum damaligen Zeitpunkt nicht zu verstehen in der Lage war.

Während ich mich des anmutigen Geschenks erfreute, herrschte um mich herum eine nervöse Aufregung ob der tickende Zeiger an meinem Handgelenk nicht von heute auf morgen das Ende meiner Kindheit einläuten würde.

Mit der Zeit kommt die Verantwortung. Mit der Verantwortung geht die Sorglosigkeit. Mit der Sorglosigkeit … and that’s – where we are now.
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Das Ende kam schnell.

Die Freude über die Armbanduhr währte kürzer als es mir lieb war. Während ihre frühzeitige Geistaufgabe für andere – mir nahestehende Menschen – eine Genugtuung war. Es missfiel mir, mein Handgelenk berührungsintensiven Situation entziehen zu müssen, um ihre Unversehrtheit garantieren zu können. Ich war eben doch ein Kind. Mit Leib und Seele.
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Der Neuanfang am Handgelenk & im Mindset

Diese Erfahrung hat mich förmlich geheilt. Geheilt vom Zwang, Wunsch oder Wille mich der Zeitdiktatur zu unterwerfen. Unbändig und unpünktlich raste ich durch meine Kindheit. Jeden Tag aufs Neue.

Ich sah nie die Notwendigkeit, meinen Körper in Zeit zu kleiden. Bis ich die Notwendigkeit sah, mich über Accessoires auszudrücken. Denn genauso wenig, wie ich ein Basecap BRAUCHE, es mich aber definiert, verhält es sich heute für mich mit Uhren.

Sie sind selten geworden. Schmale Handgelenke. Bis zur Elle reichende, schlank den Arm umspielende Ärmel. Und darunter das grazile Metallband, welches die Tugend der Verantwortung genannt wird.
Mittlerweile fühle ich mich nackt ohne das kleine Gewicht, auf dessen Rücksichtnahme ich heute nicht mehr wie damals mit Ablehnung, sondern mit Wertschätzung reagiere. Allein ein Blick durch die Produktvielfalt von Cartier-Uhren zaubert mir ein kleines Lächeln auf die Lippen. Selbst wenn ich auf diese Preisklasse noch den einen oder anderen Geburtstag spekulieren muss.
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Schenkt den Kindern die Zeit

Und doch beginnt das Spiel von vorn. Und die Gedanken werden in mir laut bei der Abwegung meiner eigenen Reaktion auf die erste von Oma oder Opa unabgesprochen viel zu früh geschenkte Uhr, die meine Tochter mit einem Strahlen im Gesicht aus ihrer Schatulle entpacken wird.

Wie steht ihr zu Armbanduhren? Je eher desto besser? Oder kam der Durchbruch für euch auch erst im Erwachsenenalter?

Written by Adelina Horn
Verrückt nach Mädchenkram, Leipzig und dem World Wide Web. Was überzeugt, wird gebloggt. Mehr von mir auf oder meiner Website.