Ja! Ich gebe es zu! Als ich vor 5 Jahren beschloss, dass ich keine Tiere mehr für meinen Genuss ausbeuten möchte, klammerte ich die Kosmetik- und Modeindustrie großzügig aus. Ich vermied frohen Gewissens totes Tier als Oralinjektion zur Geschmacksbetörung zu mir zu nehmen und auch jegliche Tierprodukte hatten Zutrittsverbot zu meinem Kühlschrank.

Wenn mich interessierte Umweltschützer*Innen auf meinen Kosmetikkonsum ansprachen, verstand ich zunächst keinen Zusammenhang. (Oder wollte ich ihn nicht verstehen?)

Ökologisch denken = wie eine Ökofee aussehen?!

Denn während Bananen, Erdbeeren und Spinat auch von Otto-Normal-Verbraucher*Innen gekauft wird, landen Ökokosmetikprodukte nur selten in den Einkaufskörben derjenigen, die es einen Sch*** interessiert… Aus diesem Grund richtet sich das Look & Feel einschlägiger Ökomarken tendenziell an Menschen, die sich durch eine ökologische Ausdrucksstärke angesprochen fühlen. Damit einher ging in meiner Wahrnehmung lange, dass vegane Biokosmetik ebenso wie ökologische Dessous meist mit Sexappeal zu geizen wussten. Um es auf die Spitze zu treiben: Reizwäsche für Ökogirls – Fehlanzeige!

Resultat ist eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Ökogirls kaufen Ökokleidung. Doch die Ökokleidung verkörpert einen Look, der dem hippen, coolen Ökogirl den Stempel „ÖKOGIRL“ gefühlt auf die Stirn tätowiert. Nicht dass dieses Selbstbewusstsein grundsätzlich zu bemängeln wäre, doch darf Nachhaltigkeit sich im Bett nicht wenigstens optisch den eigenen Reizen unterordnen? 😉

Die inneren Werte, außen nachhaltig inszeniert!

Mein Lieblingslabel betreibt einen der wenigen Dessous-Shops, in denen ich als Frau auf mehreren Ebenen auf meine Kosten komme. Aus diesem Grund bin ich schon seit einigen Jahren eingefleischter Fan von nachhaltiger Unterwäsche von Hunkemöller.

  1. Dessous mit Spitze, in betörenden Farben und aufreizenden Schnitten gehören hier auch in der Rubrik “NACHHALTIGKEIT” zur Selbstverständlichkeit
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  2. Das hier gezeichnete Frauenbild ist so divers, wie Femininität in ihrer schönsten Form! Zu sehen sind Model mit kurzen, sowie langen Haaren. Zahlreiche PoC (People of Colour) und keineswegs unterrepräsentiert: CURVY Charisma!
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  3. Trotz all dieser transportierten Werte und einer damit für mich super modernen und starken Strahlkraft, sind die Modelle nicht abgehoben teuer sondern auch für Frauen* mit einem A-Cup Geldbeutel erschwinglich.

Worauf achtet ihr beim Kauf eurer Unterwäsche? Und in welche Shops verirrt ihr euch des Öfteren? Was denkt ihr, warum viele Ökomarken sich in Punkto Reizwäsche eher bedeckt halten?

Written by Adelina Horn
Verrückt nach Mädchenkram, Leipzig und dem World Wide Web. Was überzeugt, wird gebloggt. Mehr von mir auf oder meiner Website.